demokratie-plattform logo
Registrieren
oder Anmelden

Sonntag, 28. Februar 2021

EQ #11: Kleiner Kreis, große Zukunft? Zum Für und Wider der „Kerneuropa“-Idee

Bremen

Details

Vor dem Hintergrund der multiplen Krisen des vergangenen Jahrzehnts rückt die Frage nach der Handlungsfähigkeit der Europäischen Union – im Inneren wie nach Außen - immer stärker ins Zentrum europapolitischer Debatten. Emmanuel Macrons bekannte Formel von der "Europäischen Souveränität" oder das Stichwort der "Strategischen Autonomie" aus dem Feld der Außen- und Verteidigungspolitik entspringen dem offensiv vertretenen Anspruch, die EU möge sich im geopolitischen Rahmen als einflussreiche Macht behaupten.

Jedoch, mit Blick auf die jüngsten politischen Entwicklungen formuliert: Sind die großen Entscheidungen des vergangenen Jahres – Corona-Wiederaufbauprogramm, gemeinsame Schuldenaufnahme, Europäisches Klimagesetz – ein Zeichen dafür, dass die EU auch mit 27 Mitgliedsstaaten kraftvoll vorangehen kann? Oder haben die damit einhergehenden Konflikte und die ungelösten Probleme - etwa in der Migrations- oder der Erweiterungspolitik - nicht erneut deutlich gemacht, dass die politische Heterogenität der EU-27 ein Hindernis auf dem Weg zum echten Global Player bleibt?

In diesen turbulenten Zeiten plädiert der Politikwissenschaftler Winfried Veit mit seinem Buch Europas Kern. Eine Strategie für die EU von morgen für die Wiederentdeckung und Weiterentwicklung der alten "Kerneuropa"-Idee. Können ein Kern (gebildet rund um das "Weimarer Dreieck" Deutschland, Frankreich und Polen) und eine gestaffelte Form der Mitgliedschaft tatsächlich politische Spannungen zwischen den einzelnen Nationalstaaten auflösen und Europa zugleich handlungsfähiger machen - gemäß dem Motto "weniger ist mehr"? Oder lauert hinter dieser Vision nicht die Gefahr einer unkontrollierten Desintegration, sobald es an die harte Entscheidung darum geht, wer dazu gehört und wer nicht?

Die zugrundeliegende Problematik - wie Erweiterung und Vertiefung der europäischen Integration in einer produktiven Balance zu halten sind - ist eine der unabweisbaren Grundfragen der Europapolitik. Darüber diskutieren beim EQ 11 mit Winfried Veit, Linn Selle, Ulrike Liebert und Emanuel Herold.

Den Zugangslink finden Sie auf unserer Website www.boell-bremen.de.

Heinrich Böll-Stiftung Bremen
Heinrich Böll-Stiftung Bremen
H
Henning Bleyl
Organisator*in
Bislang stehen keine detaillierten Profilinfos zur Verfügung.
So, 28. Februar 2021
11:00  – 13:00
Online-Angebot
Zugangsdaten nur für Teilnehmende sichtbar

Demokratieförderung