Studientagung des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Kooperation mit der Katholischen Akademie in Berlin
Seit 1912 amtierte Leo Baeck (1873 – 1956) in Berlin als Rabbiner und lehrte dort an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums. Während des Nationalsozialismus wirkte er als Repräsentant der deutschen Jüdinnen und Juden und wurde 1943 in das Ghetto Theresienstadt deportiert.
Nach der Schoa emigrierte er nach London, wo er sein letztes großes Werk „Dieses Volk. Jüdische Existenz“ vollendete und 1956 starb. Leo Baeck trat stets für ein selbstbewusstes und vielfältiges Judentum ein. Im Rückgriff auf den ethischen Monotheismus der Hebräischen Bibel verstand er das Judentum als eine humanistische Religion der Vernunft und prägte maßgeblich die Entwicklung des liberalen Judentums.
Über Jahrzehnte setzte sich Baeck mit christlicher Religion und Theologie auseinander, was von dieser Seite zumeist unbeantwortet blieb. Die Wahrnehmung der jüdischen Wurzeln des Christentums war ihm dabei eine Grundvoraussetzung für einen ehrlichen Dialog, in dem er sich nach der Schoa als Brückenbauer engagierte.
Auf der Studientagung wollen wir gemeinsam u. a. über folgende Fragen diskutieren:
Zur Anmeldung hier: https://doo.net/veranstaltung/232734/buchung
Foto Leo Baeck © Laelia Goehr, Portrait von Leo Baeck, 1950